Medical device for dispensing medicaments
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- 1Claims of equivalent WO 2004028610 A2 Patentansprüche 1. Medizinische Vorrichtung zur Arzneimittelabgabe für die selektive Therapie bestimmter erkrankter Gewebeabschnitte oder Organteile, dadurch gekennzeichnet, dass an der Oberfläche von zumindest kurzzeitig das erkrankte Gewebe unter Druck kontaktierenden Vorrichtungen lipophile, weitgehend wasserunlöslichen, an beliebige Gewebebestandteile bindende Arzneistoffe mit nach Gewebekontakt sofortiger Wirkstofffreigabe haften, wobei als Wirkstoffträger mindestens ein Ballonkatheter (12) vorgesehen ist und der Ballonkatheter (12) mindestens eine aus mindestens einem Ballon (14) herausragende oder auf der Oberfläche des Ballons (14) aufsitzende Vorrichtung (24) zur Schlitzung von Stenosen zumindest im Bereich der erkrankten Gewebsabschnitte oder Organteile aufweist.
- 2Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (24) zur Schlitzung von Stenosen aus mindestens einer drahtartigen Vorrichtung (16) besteht, wobei die drahtartige Vorrichtung (16) parallel zur Längsachse des Ballons (14) angeordnet ist.
- 3Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (24) aus mindestens zwei drahtartigen Vorrichtungen (16) aufgebaut ist und eine gitterartige Konstruktion bildet, wobei die Längsachse der gitterartigen Konstruktion parallel oder achsparallel zur Längsachse des Ballons (14) angeordnet ist.
- 4Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die drahtartige Vorrichtung aus Metall, aus einer Metall-Legierung oder aus Kunststoff besteht.
- 5Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Metall-Legierung eine Formgedächtnislegierung ist.
- 6Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen aus mindestens einer klingenartigen Vorrichtung besteht.
- 7Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen aus mindestens einem aus dem Ballon (14) herausragenden oder auf der Oberfläche des Ballons (14) aufsitzenden Vorsprung besteht.
- 8Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die klingenartige Vorrichtung oder der Vorsprung aus Metall, aus einer Metall-Legierung oder aus Kunststoff besteht.
- 9Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Ballonkatheter (12) in Verbindung mit Stents, Katheter und/oder Teile von diesen, Nadeln und Führungsdrähte sowie Stents vorgesehen sind.
- 10Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Beschichtung mit Arzneistoff Ballone mit vorgeformten Längsfalten vorgesehen sind, deren Neigung zur Rückfaltung durch das Aufdehnen nicht verloren geht.
- 11Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ballone aus sehr glattem Material bestehen, auf dem die Arzneistoffe ausreichend gut halten, um den für die Einfaltung notwendigen Kräften im Wesentlichen unbeschadet zu widerstehen.
- 12Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in fertig gefaltetem Zustand durch Tauchen in einer niedrig viskosen Wirkstofflösung beschichtete Ballone vorgesehen sind.
- 13Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass nur der von den Falten abgedeckte Bereich mit dem nach dem Auftragen getrockneten Arzneistoff bedeckt ist.
- 14Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die lipophilen Arzneistoffe Substanzen zur Hemmung der Zeilproliferation oder entzündlicher Prozesse sind oder Antioxidation sind.
- 15Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Arzneistoffe Paclitaxel und andere Taxane, Rapamycin und verwandte Substanzen, Tacrolismus und verwandte Substanzen, Corticoide, Sexualhormone und verwandte Substanzen, Statine, Epothilone, Probucol, Prostacycline oder Angiogeneseinduktoren sind.
- 16Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die lipophilen Arzneistoffe als trockene Festsubstanz oder öl auf der Oberfläche des betreffenden Erzeugnisses vorliegen.
- 17Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die wirksame Dosis der Arzneistoffe amorphe Strukturen in einer Partikelgröße zwischen <0,1 μm und 5 μm umfassen, die wegen ihrer großen Oberfläche trotz geringer Wasserlöslichkeit der Wirkstoffe schnell in Lösung gehen.
- 18Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die lipophilen Arzneistoffe zur Erzielung einer guten Haftwirkung an der Oberfläche der Vorrichtung und zur Verbesserung der Aufnahme in das Gewebe in eine leicht wasserlösliche Matrixsubstanz eingebettet sind.
- 19Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Matrixsubstanz aus einem niedermolekularen hydrophilen Stoff mit einem Molekulargewicht <5000 D besteht.
- 20Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die lipophilen Arzneistoffe an Partikel absorbiert oder mit niedermolekularer Matrix auf die Oberfläche der Vorrichtung aufgebracht sind.
- 21Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen zusätzlich mit Substanzen zur Beeinflussung bestimmter Eigenschaften, wie der Gleitfähigkeit der Vorrichtung oder der Verringerung der Blutgerinnung, beschichtet sind.
- 22Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 21 , dadurch gekennzeichnet, dass die lipophilen Arzneistoffe und die Hilfsstoffe in einem Lösungs-, Suspendier- oder Emulsionsmedium durch Tauchen, Streichen, Sprühen oder mittels Volumenmesseinrichtung auf die Oberfläche der Vorrichtung aufgebracht, wobei überschüssige Medien und lose an der Oberfläche haftende Substanzen entfernt werden.
- 23Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschichtungsvorgang bei reproduzierbarer Erhöhung des Wirkstoffgehalts mit gleichen oder verschiedenen Lösungs-, Suspendieroder Emulsionsmedien und/oder Hilfsstoffen mehrfach durchgeführt wird.
- 24Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungs-, Suspendier- und Emulsionsmedien Ethanol, Isopropanol, Ethylacetat, Diethylether, Aceton, Dimethylsulfoxid, Dimethylformamid, Glycerin, Wasser oder Mischungen derselben eingesetzt werden.
- 25Verfahren nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass als Wirkstoffträger weitgehend anwendungsbereite gefaltete Ballone vorgesehen sind, die vor oder nach der Sterilisation ohne oder mit aufgebrachtem Stent beschichtet werden.
- 26Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Ballone in entfaltetem Zustand mit den betreffenden lipophilen Arzneistoffen beschichtet werden und das Falten der Ballone mit besonders gleitfähigem, ggf. mit biokompatiblen Gleitmedien benetztem Werkzeug durchgeführt wird.
- 27Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass mit einem Ballonkatheter verbundene Stents vor oder nach einem Beschichtungsvorgang montiert werden.
- 28Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die fertig beschichtete Vorrichtung mittels Ethylenoxid sterilisiert wird.
- 29Verwendung der gemäß den Ansprüchen 1 bis 28 ausgebildeten und hergestellten medizinischen Vorrichtungen zur Behandlung von Gefäßerkrankungen oder Durchblutungsstörungen.
- 30Verwendung der gemäß den Ansprüchen 1 bis 28 ausgebildeten und hergestellten medizinischen Vorrichtungen zur Schaffung von offenen Passagen im Körper.
Independent claims30
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Description of equivalent WO 2004028610 A2
0001Beschreibung
0002Medizinische Vorrichtung zur Arzneimittelabgabe
0003Die Erfindung betrifft eine medizinische Vorrichtung zur Arzneimittelabgabe für die selektive Therapie bestimmter Gewebeabschnitte oder Organteile und ein Verfahren zur Herstellung derartiger arzneimittelbeschichteter Geräte.
0004Zahlreiche Erkrankungen betreffen nicht den gesamten Organismus gleichzeitig sondern sind auf bestimmte Gewebearten, häufig auch auf sehr begrenzte einzelne Gewebebezirke oder Organteile beschränkt. Beispiele dafür finden sich unter den Tumor-, Gelenk- und Gefäßerkrankungen.
0005Die Pharmakotherapie auch dieser Erkrankungen erfolgt im allgemeinen durch orale oder intravenöse Gabe von Arzneimittelstoffen, die sich im ganzen Körper verteilen und in vielen Fällen gerade bei schweren Erkrankungen unerwünschte
0006Wirkungen in gesunden Geweben und Organen verursachen, die die therapeutische Anwendung begrenzen. Eine selektive Therapie der erkrankten
0007Gewebe wurde mittels spezifisch an erkranktes Gewebe bindende Arzneistoffe (z. B. Antikörper) unter Beibehaltung des Applikationsweges oder durch selektive Verabreichung, z. B. durch direkte Injektion in das erkrankte Gewebe oder durch Zufuhr über Katheter zu den das erkrankte Gewebe versorgenden
0008Blutgefäßen, erreicht. Im Falle der selektiven Verabreichung entstehen durch die meist kurze Wirkdauer der Arzneistoffe und die invasiven Verabreichungswege Probleme, da sich eine beliebig wiederholte Gabe verbietet. Bei selektiver Verabreichung über den das erkrankte Gewebe versorgenden Blutstrom ergibt sich das zusätzliche Problem ungenügender Extraktion der Arzneistoffe bei der raschen Passage des Blutes oder der Wirkstofflösung durch die Blutgefäße.
0009Diesen Problemen wurde bisher durch unterschiedliche pharmazeutische Präparate mit verzögerter Wirkstofffreigabe, arzneimittelfreisetzende Implantate oder für längere Zeit funktionsfähige selektive Zugangswege wie implantierte Katheter etc. begegnet.
0010Es ist bereits bekannt, die Oberfläche von in den Körper eingebrachten medizinischen Geräten, insbesondere Kathetern, mit Mitteln zur Verbesserung der Gleitfähigkeit oder zur Verhinderung der Blutgerinnung, jedoch ohne therapeutische Wirkung, zu beschichten.
0011Darüber hinaus werden Katheter mit speziellen Vorrichtungen versehen, um Arzneimittel in die Arterienwand zu injizieren, beispielsweise mittels Nadeln oder hohem Injektionsdruck über eine an der Gefäßwand anliegende Perforation der Katheterwand.
0012Andere Prinzipien beruhen darauf, die Kontaktzeit zwischen Arterienwand und einer über den Katheter applizierten Wirkstoffzubereitung zu verlängern, indem entweder der Blutstrom für einen entsprechenden Zeitraum unterbunden wird, z. B. Doppelballonkatheter mit zwischen den Ballons befindlicher mit der Arzneistofflösung gefüllter Kammer oder Hohlräumen zwischen der z. B. mit Wülsten versehenen Ballonaußenwand, wobei der Blutstrom durch einen den Ballon passierenden Kanal in begrenztem Maße aufrechterhalten werden kann.
0013Gemäß der US 5 102 402 werden Arzneistoffe in Form von Mikrokapseln zur verzögerten Wirkstofffreigabe lose in vorgeformten Vertiefungen von Ballonkathetern untergebracht. Nach Expansion des Ballons sollen die Mikrokapseln in die Gefäßwand gedrückt werden, dort verbleiben und den oder die Wirkstoffe langsam freisetzen. Zahlreiche Autoren schlagen auch vor, Arzneistoffe in Hydrogel eingebettet auf Ballonkatheter aufzubringen, wobei die Funktion des Hydrogels als Haftmittel, zur Verbesserung der Gleitfähigkeit oder Verzögerung der Freisetzung der Arzneistoffe offen bleibt.
0014Nachteil der genannten Produkte ist in jedem Falle der komplexe Aufbau mit entsprechenden Problemen bei Herstellung, Qualitätskontrolle und Kosten sowie zusätzlichen, Arzt und Patient belastenden Arbeitsschritten bei der Anwendung. Ein Teil der genannten Methoden führt zu einer über die beabsichtigte Gefäßerweiterung hinausgehenden gänzlich unerwünschten Gefäßverletzung. Andererseits hat jede zur Verlängerung der Kontaktzeit vorgesehene Maßnahme eine zusätzliche Minden/ersorgung der nachgeschalteten Gewebe im Blut und Sauerstoff zur Folge.
0015Der Vollständigkeit halber wird noch auf eine in der WO 01/24866 beschriebenen Vorrichtung zum Verhindern der Restenose verwiesen, die mit einer von natürlichen Zellmembranen abgeleiteten lipiden Ceramide-Substanz beschichtet sind. Diese Substanz wird aufgrund ihrer bei gebräuchlichen Arzneistoffen nicht anzutreffenden Affinität zu den Zellwänden der Arterienwand verwendet. In der Fachliteratur wird jedoch weiterhin die Auffassung vertreten, dass eine Arzneimittelprophylaxe der Restenose eine Freisetzung der erforderlichen Wirkstoffe über Tage erfordert.
0016Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung für eine auf bestimmte Gewebebereiche oder Organteile begrenzte Arzneimittelabgabe bereitzustellen, die ohne schädigenden Einfluss auf gesundes Gewebe eine starke therapeutische Wirkung ausübt, den Patienten nur wenig belastet und mit geringem Aufwand angewendet und hergestellt werden kann.
0017Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einer gemäß den Merkmalen der Ansprüche 1 und 22 ausgebildeten bzw. hergestellten Vorrichtung gelöst. Aus den Unteransprüchen ergeben sich weitere Merkmale und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung. Durch die Erfindung werden in einem einfachen Herstellungsverfahren verbesserte arzneistofftragende Ballonkatheter oder ähnliche medizinische Vorrichtungen bereitgestellt, die vielseitig anwendbar sind und eine sofortige Wirkstofffreigabe ermöglichen. Überraschend und entgegen der Lehrmeinung ist keine andauernde Wirkstofffreisetzung aus einer inerten Matrix (Polymer, Hydrogel, Mikrokapseln etc.) oder speziellen chemischen oder physikalischen Zuständen der Wirkstoffe erforderlich oder nützlich. Daher werden auch keine aufwendigen Techniken zur Produktion oder Kontrolle von Depotformulierungen benötigt. In vielen Fällen behindern Gefäßverengungen das Einbringen des Ballons in den Bereich des zu behandelnden Gewebeabschnitts. Auch die erkrankten Gewebeabschnitte oder Organteile weisen oftmals krankhafte Verengungen auf. Um die Platzierung des oder der arzneistofftragenden Ballone innerhalb der entsprechenden Körperhöhlen im Bereich des zu therapierenden Gewebeabschnitts oder Organteils zu erleichtern wird erfindungsgemäß ein Ballonkatheter verwendet, der mindestens eine aus mindestens einem Ballon herausragende oder auf der Oberfläche des Ballons aufsitzende Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen zumindest im Bereich der erkrankten Gewebsabschnitte oder Organteile aufweist. Die Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen kann dabei aus mindestens einer drahtartigen Vorrichtung bestehen, wobei die drahtartige Vorrichtung parallel zur Längsachse des Ballons angeordnet ist. Insbesondere ist die Vorrichtung aus mindestens zwei drahtartigen Vorrichtungen und bildet eine gitterartige Konstruktion bildet, wobei die Längsachse der gitterartigen Konstruktion wiederum parallel oder achsparallel zur Längsachse des Ballons angeordnet ist. Es ist aber auch möglich, dass die Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen aus mindestens einer klingenartigen Vorrichtung oder aus mindestens einem aus dem Ballon herausragenden oder auf der Oberfläche des Ballons aufsitzenden Vorsprung besteht. Als Materialen für die Herstellung der klingenartige Vorrichtung eignen sich Metalle, Metall-Legierungen, Kunststoffe oder Kombinationen davon. Insbesondere können auch sogenannte Formgedächtnislegierungen Verwendung finden. Durch die Ausbildung einer Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen können vorteilhafterweise zum Beispiel kalzifizierte Gefäßverengungen oder In-Stent-Restenosen geschlitzt werden, wodurch die Elastizität der so behandelten Gewebeabschnitte deutlich erhöht wird und zudem die Zugänglichkeit für die Arzneistoffe verbessert wird.
0018Die Beschichtung von auf Kathetern befindlichen Ballonen mit Arzneistoffen gemäß der vorliegenden Erfindung ist insofern von besonderem Nutzen als nach dem Erweitern von Blutgefäßen oder anderen Hohlräumen im Körper mit den Ballonen häufig der Bedarf an therapeutischen Maßnahmen besteht, um eine Verengung oder einen Verschluss des mit dem Ballon unter Druck geschaffenen Lumens zu verhindern, Tumorwachstum zu begrenzen oder Heilungsprozesse einschließlich der Bildung von Kollateralkreisläufen zu fördern. Dies kann durch Arzneistoffe erreicht werden, die ihre Wirkung in unmittelbarer Nähe der Ballonoberfläche entfalten. Die Arzneistoffe haften auf dem Weg zum Ziel - meist durch intensiv durchblutete Arterien - bis zur Entfaltung des Ballons fest auf diesem, werden dann während der kurzen, oft nur Sekunden andauernden Kontaktzeit des entfalteten Ballons an das Gewebe in wirksamer Dosis abgegeben und von diesem in einer Weise aufgenommen, die das Abspülen durch den nach Deflation des Ballons sofort wieder einsetzenden Blutstrom vermeidet.
0019Zur Beschichtung können erfindungsgemäß zusätzlich Drähte wie sie zur Führung von Kathetern verwendet werden, Nadeln und Katheter bzw. Teile von Kathetern, die zumindest für kurze Zeit mit Druck gegen erkranktes Gewebe gepresst werden, vorgesehen. Bevorzugte Kathetermaterialien sind Polyamide, Polyamid-Gemische und Copolymere, Polyethylenterephthalat, Polyethylin und Copolymere, Polyurethan, Naturkautschuk und dessen Derivate. Die Länge und der Durchmesser der für die Pharmakotherapie vorgesehenen Bereiche der Katheter bzw. Ballone ist für die Anwendung nicht von entscheidender Bedeutung, da die Dosierung in μg Wirkstoff/mm<sup>2</sup> Oberfläche berechnet wird. Beispielsweise sind für die Koronardilatationen Ballone im Bereich von 2 - 4 mm Durchmesser und von 1 ,0 - 4,0 cm Länge gebräuchlich. Für andere Gefäße können auch Ballone bis zu > 20 mm Durchmesser und Längen bis zu > 10 cm eingesetzt werden. Die zu beschichtenden Oberflächen können glatt (d. h. ohne besondere Struktur zur Aufnahme der Wirkstoffe), aufgeraut oder in beliebiger Weise mit Strukturen versehen sein, wobei spezielle Oberflächenstrukturen nicht Voraussetzung für die Haftung der Wirkstoffe sind, die Haftung aber auch nicht behindern. Die Haftung der Wirkstoffe auf den Ballonoberflächen wird ausschließlich durch die Wahl geeigneter Lösungsmittel und ggf. die Haftung beeinflussende Zusatzstoffe bewirkt. Sie ist selbst auf äußerlich vollständig glatten Ballonoberflächen überraschend fest.
0020Alle Oberflächen können zusätzlich mit Substanzen beschichtet worden sein oder werden, die die Gleitfähigkeit der Produkte verbessern, die Gerinnung von Blut an der Oberfläche verhindern oder sonstige Eigenschaften der Medizinprodukte verbessern, ohne dass die zur Beschichtung benutzten Materialien an die Umgebung abgegeben werden müssen und ohne dass die Beschichten die Abgabe der Wirkstoffe zur Behandlung der Zielgewebe und damit die Wirksamkeit wesentlich einschränkt.
0021Ballonkatheter werden aus sehr dünnen Kunststoffschläuchen durch Aufweitung eines Segments von 1 bis ca. 10 cm Länge geformt. Die aufgeweitete, sehr dünnwandige Ballonmembran wird anschließend in mehrere längs zur Katheterachse angeordnete Falten gelegt und fest um die Katheterachse gewickelt, so dass der aufgeweitete Bereich im gefalteten Zustand einen nur minimal größeren Durchmesser aufweist als der übrige Katheter. Die enge Faltung der Ballonhülle ist Voraussetzung für die problemlose Passage des Ballonkatheters durch Einführungsschleusen, Führungskatheter und z. B. stark verengte Abschnitte von Blutgefäßen.
0022Die Ballone von Kathetern können in gefaltetem und entfaltetem Zustand beschichtet werden, wobei in jedem Fall eine intakte, ausreichend gleichmäßige Beschichtung der Oberfläche erzielt wird und die Wirkstoffe auch während des Einfaltens eines im entfalteten Zustand beschichteten Ballonkatheters ausreichend fest an dessen Oberfläche haften. Die Herstellung eines in entfaltetem Zustand beschichteten Ballons erfolgt ohne Beeinträchtigung der Beschichtung beispielsweise durch die Verwendung von Ballonhüllen mit vorgeformten Falten und Biegungen, deren Struktur im Material durch das Aufdehnen nicht verloren geht und die nach Ablassen des Druckes aus dem Ballon bewirken, dass sich die Ballonhülle wieder regelrecht wenigstens lose einfaltet, ohne dass es einer äußeren Kraft als primäre Ursache bedarf. Erst danach werden die vorgeformten Falten von außen oder durch Vakuum zusammengepresst. In keinem Falle sind Falten zum Festhalten des Wirkstoffs erforderlich. Weiterhin kann die Einfaltung durch geringe mechanische Kräfte mittels sehr glatter Materialien bewirkt werden, wobei die Werkzeuge auch beispielsweise mit schlüpfrigen biokompatiblen Flüssigkeiten benetzt sein können, in denen sich die Wirkstoffe nicht oder jedenfalls nicht gut lösen.
0023Gemäß einer weiteren Erfindungsvariante werden die Ballone fertig gefalteter Ballonkatheter durch Tauchen in niedrig viskose Wirkstofflösungen beschichtet. Dabei dringen Lösungsmittel und Wirkstoff zwischen die extrem engen Falten und bilden dort einen überraschend gleichmäßigen und in der Dosis reproduzierbaren Belag, der durch keinen weiteren Arbeitsschritt beschädigt wird. Die außen anhaftende Lösung bzw. der nach Trocknen des Lösungsmittels außen anhaftende Belag kann dort belassen oder in einem weiteren Arbeitsschritt entfernt werden, so dass nur der von den Falten des Ballons verdeckte Wirkstoff erhalten bleibt.
0024Nach der Beschichtung kann bei gefaltetem Ballon ein Stent auf den Ballonkatheter geschoben und auf diesem festgepresst werden. Danach ist nur noch die Sterilisation, z. B. mittels Ethylenoxid, erforderlich.
0025Der so gestaltete Arbeitsgang ist außerordentlich einfach, wenig störanfällig und auch mit mechanisch, chemisch und physikalisch empfindlichen Beschichtungsmaterialien durchzuführen. Es hat sich gezeigt, dass die Beschichtung nach diesem Verfahren zu keiner unerwünschten Lockerung oder Verklebung der Faltung führt und dass der derart aufgetragene Wirkstoff fest genug haftet, um auf dem Weg durch das Blut nicht abgetragen zu werden, andererseits bei Inflation des Ballons im Zielgewebe den Wirkstoff weitgehend freigibt.
0026Als Arzneistoffe kommen stark lipophile, weitgehend wasserunlösliche an beliebige Gewebebestandteile bindende stark wirksame Arzneistoffe in Frage. Als lipophil werden Arzneistoffe bezeichnet, deren Verteilungskoeffizient Butanol: wässriger Puffer pH 7 > 0.5, bevorzugt > 1 und besonders bevorzugt ≥ 5 bzw. Ocatanol: wässriger Puffer pH 7 > 1 , bevorzugt ≥ 10, besonders bevorzugt > 50 ist. Alternativ oder zusätzlich sollen die Arzneistoffe zu > 10 %, bevorzugt zu > 50 %, besonders bevorzugt zu > 80 % reversibel und/oder irreversibel an Zellbestandteile binden. Bevorzugt sind Substanzen zur Hemmung der Zellproliferation oder auch entzündlicher Prozesse oder Antioxidantien wie Paclitaxel und andere Taxane, Rapamycin und verwandte Substanzen, Tacrolimus und verwandte Substanzen, Corticoide, Sexualhormone (Östrogen, Estradiol, Antiandrogene) und verwandte Substanzen, Statine, Epothilone, Probucol, Prostacycline, Angiogeneseinduktoren etc..
0027Die Substanzen liegen bevorzugt als trockene Festsubstanz oder als öl auf den Oberflächen der unterschiedlichen Medizinprodukte vor. Bevorzugt sind Partikel geringster Größe (in der Mehrzahl > 5μm, bevorzugt > 1 μm, besonders bevorzugt > 0.1 μm), besonders bevorzugt sind amorphe, nicht kristalline Strukturen feinster Partikelgröße, die bei Kontakt mit Gewebe wegen ihrer großen Oberfläche trotz grundsätzlich geringer Wasserlöslichkeit der Arzneistoffe rasch in Lösung gehen und nicht als Mikrokapseln fungieren, d. h. sich spontan und schnell lösen. Dabei ist es ausreichend, dass eine wirksame Dosis in Form kleinster oder amorpher Partikel vorliegt; größere Partikel tragen zwar zur Wirkstoffkonzentration im Gewebe kaum bei, stören aber auch nicht. Die Dosierung richtet sich nach der erwünschten Wirkung und der Wirksamkeit des verwendeten Arzneistoffes. Sie kann bis zu 5 μg/mm<sup>2</sup> erreichen, wobei dies keine Obergrenze darstellt. Geringere Dosierungen sind leichter zu realisieren.
0028Eine gute Haftung an den Oberflächen der Katheter, Nadeln oder Drähte bei Verbesserung der Aufnahme in die Gewebe wird durch Einbetten von stark lipophilen, schlecht wasserlöslichen Wirkstoffen in eine leicht wasserlösliche Matrixsubstanz erreicht. Als Matrixsubstanz sind niedermolekulare (Molekulargewicht < 5000 D, bevorzugt < 2000 D) hydrophile Substanzen wie in vivo verwendete Kontrastmittel und Farbstoffe für unterschiedliche diagnostische Verfahren in der Medizin, Zucker und verwandte Substanzen wie Zuckeralkohole, niedermolekulare Polyethylenglycole, biokompatible organische und anorganische Salze wie z. B. Benzoate, Salze und andere Derivate der Salicylsäure etc. geeignet. Als Kontrastmittel sei auf die jodierten Röntgenkontrastmittel und die paramagnetischen Chelate verwiesen, Beispiele für Farbstoffe sind Indocyaningrün, Fluorescein und Methylenblau. Hilfsstoffe können auch zur Verbesserung der Lagerfähigkeit der Produkte dienen, spezielle ergänzende pharmakologische Wirkungen verursachen oder der Qualitätskontrolle dienen.
0029In einer weiteren Ausführung können die pharmazeutischen Wirkstoffe an Partikel adsorbiert oder mit niedermolekularer Matrix auf die Oberflächen geeigneter Medizinprodukte aufgebracht werden. Als Partikel sind wiederum als biokompatibel bekannte Diagnostika wie Ferrite und diverse Kontrastmittel für die Sonographie geeignet.
0030Hilfsstoffe aller Art können in geringerer oder höherer Dosis als die Wirkstoffe eingesetzt werden.
0031Die Beschichtung der Medizinprodukte erfolgt mittels Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen der genannten Arzneistoffe und Hilfsstoffe. Geeignete
0032Lösungs-, Suspendier- oder Emulsionsmedien sind beispielsweise Ethanol,
0033Isopropanol, Ethylacetat, Diethylether, Aceton, Dimethylsulfoxid, Dimethylformamid, Glycerin, Wasser oder Mischungen derselben. Die Auswahl der Lösungsmittel folgt entsprechend der Löslichkeit der Wirkstoffe und Zusatzstoffe sowie der Benetzung der zu beschichtenden Oberflächen und der Wirkung auf die Struktur der nach Verdampfen der Lösungsmittel zurückbleibenden Beschichtung und Partikel, deren Haftung auf der Oberfläche und die Wirkstoffobertragung in das Gewebe während sehr kurzer Kontaktzeiten.
0034Die Auftragung kann beispielsweise durch Tauchen, Bestreichen, Auftragen mittels Volumenmesseinrichtungen oder Besprühen jeweils bei unterschiedlichen Temperaturen und ggf. Dampfsättigungen der Lösungsmittel in der Atmosphäre geschehen. Der Vorgang kann mehrfach, ggf. auch unter Verwendung verschiedener Lösungsmittel und Hilfsstoffe, wiederholt werden.
0035Die Ballone fertig gefalteter Ballonkatheter lassen sich durch Tauchen in wirkstoffhaltige Lösungen oder andere Maßnahmen erstaunlich gleichmäßig, reproduzierbar, in der Dosis steuerbar und ohne Beeinträchtigung der Funktion der Katheter beschichten. Bei wiederholtem Tauchen in ungesättigten Wirkstofflösungen kommt es wider Erwarten nicht zu einer vollständigen Ablösung des vorher aufgetragenen Wirkstoffs sondern zu einer reproduzierbaren Erhöhung des Wirkstoffgehaltes der Ballone.
0036Überschüssige Lösung bzw. überschüssige, außen lose anhaftende Substanzen aus der Beschichtungslösung können mit einfachen Methoden entfernt werden, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Wirksamkeit der Beschichtung kommt.
0037Die erfindungsgemäß ausgebildeten und hergestellten medizinischen Vorrichtungen unterschiedlicher Art kommen kurzzeitig, d. h. für Sekunden, Minuten oder wenige Stunden mit dem Gewebe in Kontakt. In einigen Fällen ist es erwünscht, das Gewebe in unmittelbarer Nähe des Medizinproduktes pharmakologisch zu behandeln, zum Beispiel an überschießendem Wachstum als Reaktion auf eine Verletzung zu hindern oder Tumorwachstum zu reduzieren oder die Einsprossung von Blutgefäßen zu fördern oder Entzündungsreaktionen zu vermindern. In all diesen Fällen kann mit dem oben beschriebenen Verfahren eine hohe lokale Arzneistoffkonzentration für erstaunlich lange Zeit erzielt werden. Ein wesentlicher Vorteil ist die außerordentliche Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten der beschriebenen Produkte und Verfahren.
0038Eine bevorzugte Anwendung ist die Verminderung der durch die Gefäßdilatation mittels Ballonkathetern induzierte Hyperproliferation der Gefäßwände. Diese ist im Bereich gegebenenfalls implantierter Gefäßstützen (Stents) auch durch
0039Beschichtung der Stents mit Arzneistoffen zu erzielen, allerdings nur im unmittelbar durch den Stent bedeckten Gefäßbereich. Die beschichteten
0040Ballonkatheter behandeln darüber hinaus die behandlungsbedürftigen Bereiche kurz vor und kurz hinter dem Stent, sie können ohne erneute Stentimplantation den Bereich innerhalb bereits vorhandener Stents behandeln oder Gefäße, in die kein Stent implantiert werden soll oder kann. Vorteilhaft gegenüber den über einen langen Zeitraum Arzneistoff freisetzenden Stents ist die bessere
0041Einheilung bei gleichzeitig guter Hemmung der Hyperproliferation und das geringere Thromboserisiko.
0042Nachfolgend werden mehrere Ausführungsformen der Erfindung am Beispiel der Beschichtung von Ballonkathetern sowie in Bezug auf die Haftung der Beschichtung im Blut, die Restenosehemmung und den Wirkstoffgehalt der Katheter beschrieben.
0043Beispiel 1 :
0044Beschichten eines expandierten Ballonkatheters mit Paclitaxel in Ethylacetat
0045Ballonkatheter der Fa. BMT, Oberpfaffenhofen/ München, Deutschland, mit der Bezeichnung Joker Lite, Ballongröße 2.5 mm x 20 mm, werden nach maximaler Expansion für 1 min. über die gesamte Ballonlänge in Ethylacetat, 18.8 mg Paclitaxel/ml, + 1 % pharmazeutisches Olivenöl, getaucht, getrocknet: Paclitaxelgehalt 39 μg (nach Extraktion mit Ethanol, HPLC).
0046Beispiels 2:
0047Beschichten eines gefalteten Ballonkatheters mit Paclitaxel in Ethylacetat
0048Ballonkatheter der Fa. BMT, Oberpfaffenhofen/München, Deutschland, mit der Bezeichnung Joker Lite, Ballongröße 2.5 mm x 20 mm, werden im gefalteten Zustand für 1 min. über die gesamte Ballonlänge in Ethylacetat, 18.8 mg Paclitaxel/ml, + 1 % pharmazeutisches Olivenöl, getaucht, getrocknet: Paclitaxelgehalt 69 μg
0049Beispiel 3:
0050Beschichten eines gefalteten Ballonkatheters mit Paclitaxel in Ethylacetat
0051a) Ballonkatheter der Fa. BMT, Oberpfaffenhofen/München, Deutschland, mit der Bezeichnung Joker Lite, Ballongröße2.5 mm x 20 mm, werden im gefalteten Zustand für 1 min. über die gesamte Ballonlänge in Ethylacetat, 16.6 mg Paclitaxel/ml, getaucht, 4 h getrocknet: Paclitaxelgehalt 54 μg b) Ebenso, jedoch noch 2 mal 5 sec. mit 1 h Trocknungszeit nach jeden Tauchvorgang in Lösung A (= 3.33 ml Ethylacetat + 100.0 mg Paclitaxel) getaucht: Paclitaxelgehalt 126 μg c) Ebenso, jedoch noch 4 mal 5 sec. mit 1 h Trocknungszeit nach jedem Tauchvorgang in die gleiche Lösung getaucht: Paclitaxelgehalt 158 μg Beispiel 4:
0052Beschichten eines Ballonkatheters mit Paclitaxel in Aceton
0053350 mg Paclitaxel in 9.0 ml Aceton lösen; Ballonkatheter der Fa. BMT, Oberpfaffenhofen/München, Deutschland, mit der Bezeichnung Joker Lite, Ballongröße 2.5 mm x 20 mm, werden im maximal expandierten Zustand für 1 min. über die gesamte Ballonlänge getaucht, entnommen, das Lösungsmittel wird bei Raumtemperatur 12 h getrocknet. Danach wird der Ballon deflatiert und mit PTFE-beschichtetem Werkzeug in üblicher Weise eingefaltet. Optional kann ein Stent geeigneter Größe auf den Ballon gecrimpt werden: 29 μg Paclitaxel auf dem Ballon.
0054Beispiel 5: Beschichten eines Ballonkatheters mit Paclitaxel in Aceton
0055a) Tauchen gefaltete Ballonkatheter der Fa. BMT mit der Bezeichnung Allegro, Ballongröße 2.5 x 20 mm in ein Gemisch von 0.15 ml Ethanol + 4.5 μl Ultravist 300 (Röntgenkontrastmittel der Schering AG, Berlin, Deutschland) + 1.35 ml Aceton + 0.8 mg Sudanrot + 30.0 mg Paclitaxel:
0056Die gefalteten Ballonabschnitte der Katheter werden 5 x getaucht, das 1. Mal für 1 Minute, dann 3 h Trocknungszeit, danach 4 mal für je 5 sec. im Abstand von 1 h; danach wurde ein Stent aufgecrimpt und der Katheter mit Stent in üblicher Weise mit Ethylenoxid sterilisiert: Paclitaxelgehalt 172 μg, keine mittels HPLC detektierbaren
0057Zersetzungsprodukte des Wirkstoffs b) Statt Ultravist 300 wird eine gesättigte wässrige Mannit-Lösung zugesetzt. c) Statt Ultravist 300 wird eine gesättigte wässrige Natrium-Salicylat-Lösung, pH 7.5, zugesetzt. d) Der fertigen Lösung nach (5a) werden 5 mg Acethylsalicylsäure zugesetzt, e) Der fertigen Lösung nach (5a) werden 5 mg Glycerin zugesetzt. Beispiel 6:
0058Haftung des Wirkstoffs in Blut
0059Es wurden 12 Ballonkatheter der Fa. BMT mit der Bezeichnung Allegro, Ballongröße 2.5 x 20 mm, verwendet. Je 6 Stück der gefalteten Ballonabschnitte der Katheter wurden entweder in [0.15 ml Ethanol + 4.5 μl Ultravist 300 + 1.35 ml Aceton + 0.8 mg Sudanrot + 30.0 mg Paclitaxel] oder in [1.5 ml Ethylacetat + 0.8 mg Sudanrot + 31.0 mg Paclitaxel] 5 x getaucht, das 1. Mal für 1 Minute, dann 3 h Trocknungszeit, danach 4 mal für je 5 sec. im Abstand von 1 h; danach wurden je 3 gefaltete Ballone jeder Serie in 50 ml Humanblut 5 min. bei 37 °C leicht bewegt und dann zur Analyse des Paclitaxel- Gehaltes entnommen: Verminderung der Mittelwerte (n=3 je Beschichtungsmethode) durch 5 Minuten Bewegung in Blut im Vergleich zu je 3 Kontrollkathetern, die nicht in Blut inkubiert wurden.
0060Aceton: 12 %
0061Ethylacetat: 10 %
0062Beispiel 7:
0063Untersuchung der Restenosehemmung nach Angioplastie und
0064Stentimplantation an den Koronarien von Schweinen
0065Gefaltete Ballonkatheter der Fa. BMT Typ Joker Lite, MBT 3.5 x 20 mm oder
00663.0 x 20 mm wurden entweder in
0067Lösung A) 3.33 ml Ethylacetat (EA) + 100.0 mg Paclitaxel oder in Lösung B) 0.45 ml Ethanol + 100 μl Ultravist-370 + 4.5 ml Aceton (Ac) + 150.0 mg Paclitaxel für 1 min. eingetaucht und bei Raumtemperatur über Nacht getrocknet. Ein weiterer (niedrige Dosis = L) bzw. 4 weitere (hohe Dosis = H) Tauchvorgänge wurden jeweils nur für 5 Sekunden am nächsten Tag im Abstand von 1 h durchgeführt.
0068Wirkstoffgehalt nach 2 maligem Tauchen in Lösung (B) im Mittel 250 μg, bei 5 maligem Tauchen in Lösung (B) 500 μg, in Lösung (A) 400 μg. Insgesamt 22 Schweinen wurde mittels der mit Paclitaxel beschichteten Katheter oder mittels unbeschichteter Katheter Stents in die linke Vorderwandoder Seitenwand-Koronararterie implantiert, wobei die Gefäße zur Stimulation der Restenose durch Gewebehyperplastie leicht überdehnt wurden. Nach 5 Wochen wurden die Tiere reangiographiert und das Maß der Gefäßverengung auf den Angiogrammen mit einem automatischen Computerprogramm gemessen.
0069<img file="WO2004028610A2_D0001.tif" />
0070Quantitative Koronarangiographie 5 Wochen nach Stentimplantation mit unbeschichteten Kathetern; Stenose = prozentuale Verminderung des Lumendurchmessers im Bereich des Stents im Vergleich zu dem Lumendurchmesser unmittelbar nach Stentimplantation Mittelwert und statistische Signifikanz des Behandlungseffekts.
0071Beispiel 8:
0072Wirkstoffgehalt der Katheter nach Gefäßdilatation und Stentimplantation Die Ballone aus Beispiel 8 wurden nach Stentimplantation und Entnahme aus den Tieren auf ca. 3 cm Länge von den Ballonkathetern abgetrennt und in 1.5 ml Ethanol überführt. Der Paclitaxelgehalt wurde mittels HPLC bestimmt. Alle verfügbaren beschichteten Ballone und eine Auswahl unbeschichteter Ballone wurden untersucht.
0073Koronar,
00743.0 x 20 mm, Beschichtung: Ac hoch 38 ± 4 μg (n=4 Ac niedrig 22 ± 5 μg (n=2 EEE hoch 41 (n=1 3.5 x 20 mm, Beschichtung: Ac hoch 37 ± 10 μg (n=8 Ac niedrig 26 ± 6 μg (n=8
0075EEE hoch 53 ± 9 μg (n=9 Unbeschichtet (unabhängig von Größe und Gefäßgebiet)
00760.9 ± 1.0 μg (n=7)
0077Aus Beispiel 6 ergibt sich, dass maximal 10 % der Dosis verloren gehen bevor der Ballon expandiert wird und ca. 10 % der Dosis auf dem Ballon verbleiben.
0078Beispiel 9:
0079Probucol wird in einer Konzentration von 100 mg/ml in Aceton eingebracht; die Lösung wird wie in den vorhergehenden Beispielen beschrieben zum Beschichten der Ballonkatheter eingesetzt.
0080Beispiel 10:
0081Rapamycin wird in einer Konzentration von 10 mg/ml in Diethylether gelöst. Die Beschichtung der Ballonanteile der Katheter erfolgt wie in den vorhergehenden Beispielen beschrieben; die Ballone sollen nach der Entnahme aus der Beschichtungslösung möglichst sofort horizontal ausgerichtet und ständig um ihre Längsachse gedreht werden. Beispiel 11 :
0082Epothilon B wird in einer Konzentration von 2 mg/ml in Ethylacetat gelöst; die Lösung wird wie in den vorhergehenden Beispielen beschrieben zum Beschichten der Ballonkatheter eingesetzt.
0083Nachfolgend wird eine in der Figur schematisch dargestellte Ausführungsform der Erfindung am Beispiel einer konkreten Ausgestaltung der medizinischen Vorrichtung 10 dargestellt. Die Vorrichtung 10 besteht dabei aus einem Ballonkatheter 12 mit einem Katheter 22 und einem Ballon 14 sowie eine aus dem Ballon 14 herausragende Vorrichtung 24 zur Schlitzung von Stenosen zumindest im Bereich der erkrankten Gewebsabschnitte oder Organteile aufweist. Die Vorrichtung 24 zur Schlitzung von Stenosen besteht dabei gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus sechs drahtartigen Vorrichtungen 18, die eine gitterartige Konstruktion bilden. Die Längsachse der gitterartigen Konstruktion ist dabei achsparallel zur Längsachse des Ballons 14. Die gitterartige Konstruktion wird an ihren beiden Enden jeweils von einem ersten und zweiten Verbindungselement 18, 20 gehalten. Die Verbindungselemente 18, 20 halten dabei nicht nur die drahtartigen Vorrichtungen 18, sondern dienen auch zur Befestigung der Gitterkonstruktion am Katheter 22. Weitere Ausführungsformen mit einer oder mehreren drahtartigen Vorrichtungen 16 sind denkbar.
0084Es ist aber auch möglich, dass die Vorrichtung zur Schlitzung von Stenosen aus mindestens einer klingenartigen Vorrichtung oder aus mindestens einem aus dem Ballon herausragenden oder auf der Oberfläche des Ballons aufsitzenden Vorsprung besteht (nicht dargestellt).
0085Als Materialen für die Herstellung der klingenartige Vorrichtung 16 eignen sich biokompatible Metalle wie zum Beispiel Edelstahl, Metall-Legierungen,
0086Kunststoffe oder Kombinationen davon. Insbesondere können auch sogenannte
0087Formgedächtnislegierungen wie zum Beispiel Nitinol Verwendung finden.
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